Wie wichtige Ideen untergehen können

In jeder Gruppe gibt es eine Rollenverteilung. Ob im Sportverein, in der Schulklasse oder im Unternehmen. Hierbei geht es nicht um Positionen, wie der Vorstand, Abteilungsleiter oder einfache Mitarbeiter. Die eigentliche Rollenverteilung spielt sich im Hintergrund ab. Grob kann man in introvertierte und extrovertierte Menschen unterteilen. Ein großes Problem bei Gesprächen in Gruppen ist, dass Ideen oder Meinungen nicht ausgesprochen werden, abgewiesen werden oder „unterdrückt“ werden.

In einem Teamtraining merkt man als Coach relativ schnell, welche Mitglieder intro- bzw. extrovertierter sind, welche Menschen gerne das Kommando an sich reißen oder wer seine Meinung nicht ausspricht und „das Team mal machen lässt.“ Oft ist es auch der Fall, dass gerade die ruhigeren Teilnehmer eine Lösung kennen, diese aber nicht aussprechen oder noch schlimmer: dass sie die Lösung aussprechen, diese von anderen aber sofort wieder unter den Tisch gekehrt wird.

Die ideale Vorstellung eines Umgangs im Team ist ein Meinungsaustausch auf gleicher Ebene, bei welchem…

  1. Die Position keine Rolle spielt
  2. Meinungen und Ideen aller Art zugelassen werden und nicht unterdrückt werden
  3. Fehler einen festen Bestandteil haben und nicht verurteilt werden
  4. Jeder seine Meinung sagen darf und auch sollte

Dieses Ideal ist realistisch nicht umsetzbar, allerdings sollte jedes Team sein Bestes geben, um so nah wie möglich an diese Vorstellung heranzukommen.

Woran Extrovertierte arbeiten sollten

  • Lernen Sie es, in Ihre Gesprächspartner hineinzudenken und verstehen Sie deren Verhalten. Als extrovertierte Person ist das sehr schwierig, allerdings essentiell für ein gelungenes Miteinander.
  • Vermeiden Sie hitzige Diskussionen, setzen Sie auf ruhige und konstruktive Gespräche, in welchen man nicht das eigene Wort erkämpfen muss, sondern jeder nach und nach das Wort ergreifen soll.
  • Sollten sich ein Gesprächspartner aus einem Gespräch heraushalten, fragen Sie freundlich nach deren Meinung und versuchen Sie, diese mit in das Gespräch zu ziehen.
  • Unterlassen Sie generell Abwertungen von Ideen und Meinungen. Das führt dazu, dass Ihre Gegenüber sich nicht wertgeschätzt oder sogar angegriffen fühlen und sie „lieber nichts sagen“, bevor sie wieder kritisiert werden.
  • Als extrovertierte Person redet man lieber und steht gerne im Rampenlicht. Daher ist es sehr wichtig, zu lernen, wie man vor allem introvertierten Menschen zuhört.
    Hier lernen Sie die Technik des Zuhörens: unser Artikel „Aktives Zuhören“.

Woran Introvertierte arbeiten sollten

  • Auch Sie sollten ihre extrovertierten Mitmenschen verstehen, dadurch erkennen Sie Verhaltensweisen, die Ihnen zuvor feindlich Ihnen gegenüber vorkamen. Missverständnisse in dieser Hinsicht können dadurch vermieden werden.
  • Lassen Sie die anderen wissen, dass Sie etwas introvertierter sind, daran ist nichts schlimm, sondern führt dazu, dass Sie verstanden werden.
  • Bleiben Sie selbstbewusst und beruhen Sie auf Ihrer Meinung. Lassen Sie sich von „starken Gesprächsführern“ nicht das Wort wegnehmen.
  • Lernen Sie, so zu sprechen, dass man Ihnen zuhören will, so verschaffen Sie sich vor allem bei den Extrovertierten Gehör. Unser Artikel „So reden, dass andere einem Zuhören wollen“

Nur durch ein Wechselspiel beider Seiten auf gleicher Höhe kommen wir dem Ideal der Kommunikation näher, werden zusammen produktiver und das Gemeinschaftsgefühl wächst. Sie sind ein Team und daran sollten Sie miteinander arbeiten.

Gabriel Koch

Tipp: Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und lesen Sie folgende zwei Artikel durch, um beide Seiten zu verstehen.

Verhaltensweisen von Introvertierten: https://www.flocutus.de/ubersetzungen/wie-man-sich-um-seinen-introvertierten-kummert/

Verhaltensweisen von Extrovertierten: https://www.apotheken-umschau.de/Psyche/Extrovertiert-Hoppla-jetzt-komm-ich-331159.html